Schlangentraeger (Ophiuchus)
Bestens sichtbar in Europa: Fruehling, Sommer und Herbst

Ophiuchus - so die korrekte Bezeichnung des Schlangentraegers.
Aber mit solchem lateinischen Kauderwelsch wollen wir Sie nicht
langweilen - gibt es doch eine interessante Geschichte zu diesem
komplizierten Namen:
Ophiuchus ist ein Mann. Er haelt eine Schlange in seinen Haenden
(die ist ein eigenes Sternbild) . Heute weiss man, dieser Mann
ist Asklepios, der Gott der Heilkunst (daher auch die Schlangen
auf dem modernen Zeichen fuer Medizin).
Nun, Asklepios kam schon unter seltsamen Umstaenden auf diese
Welt: Sein Vater ist Apollon, seine Mutter ist Koronis. Kurz vor
der Geburt betrog Koronis ihren Mann mit Ischys. Diese Nachricht
ueberbrachte der Rabe dem Apollon - zur Strafe bekam der einst
weisse Vogel ein schwarzes Gefieder, eine kraechzende Stimme
sowie ein eigenes Sternbild.
Rasend vor Eifersucht erschoss Apollon seine Frau mit einem
Pfeil. Das noch ungeborene Kind rettete er jedoch und gab es
Cheiron, dem weisen Zentauren aus dem Sternbild Centaurus .
Cheiron zog Asklepios wie einen eigenen Sohn gross und lehrte ihn
die Kunst des Heilens und Jagens. Der junge Asklepios war so
begabt, dass er bald nicht nur heilen konnte, sondern selbst Tote
erwecken. Einmal passierte ihm eine seltsame Geschichte: Der Sohn
eines Koenigs war in den Honigtopf gefallen und hatte dort ein
suesses Ende gefunden. Asklepios wurde herbeigerufen und
betrachtete den Leichnahm. Da kam eine Schlange.
Pfui Schlange! Und er toetete sie mit einem Stock. Daraufhin
erschien eine andere Schlange mit Heilkraeutern im Maul. Sie
legte die Kraeuter auf die tote Schlange - und
diese erwachte zu neuem Leben. Mit diesen Kraeutern konnte
Asklepios den Koenigssohn wieder ins Leben rufen.
Seither wird er mit einer Schlange am Himmel dargestellt, und
seit diesem Tag ist die Schlange das Symbol fuer die Heilkunst.
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Ein anderes Mal wurde er Zeuge eines Unfalls. Hippolytos stuerzte
mit seinem Wagen und war tot (Sternbild Fuhrmann). Auch ihn
konnte Asklepios retten. Doch das ging Hades, dem Gott der
Unterwelt maechtig gegen den Strich. Wenn das jeder so machen
wuerde, waere es bald ziemlich einsam in seinem schoenen Reich
der Toten. Also petzte er bei Zeus.
Dieser fand auch, dass das so nicht weiterging - und streckte den
Heiler kurzerhand mit einem Blitz nieder. Jetzt war natuerlich
Apollon sauer: Einfach seinen Sohn umbringen - so nun auch wieder
nicht ! Also toetete er die drei Zyklopen, die fuer Zeus die
Blitze schmiedeten. Nun sah der Goetterchef seinen Fehler ein. Er mixte
Apollon ein wenig Baldrian in den Tee und machte Asklepios
unsterblich.
Na gut, zum Leben erwecken konnte er ihn nicht mehr, wie haette
das denn ausgesehen. Also setzte er ihn an den Sternenhimmel -
als Sternbild Schlangentraeger.
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