Lynx (Luchs)
Bestens sichtbar in Europa: immer (zirkumpolar)

Einst lebten die Menschen wie Wilde auf dem Planeten Erde. Sie
stritten und kämpften - doch das allerschlimmste war der
mangelnde Respekt den ewigen Göttern gegenüber.
Immer wieder wurde Zeus, Herr aller Götter, verspottet und
arrogant behandelt. Nein, das gefiel ihm nicht - und überhaupt
gefielen ihm die Menschen nicht.
Also liess er die Sonne verschwinden und ewige Dunkelheit über
die Erde einfallen.
Der Plan war einfach aber genial: Die Menschen hatten damals noch
nicht die Gabe, Feuer machen zu können - also würden sie blind
umherirren und irgendwann in Schluchten stürzen oder gegen spitze
Felsen laufen ... bis sie vom Angesicht der Erde verschwunden
wären.
So wurde es Nacht - und kein Morgen war mehr in Sicht.
Die armen Menschen bekamen natürlich furchtbare Angst und in
ihrer Not besannen sie sich auf die Götter des Olymps und flehten
um Hilfe und Erbarmen.
Nun ja, Götter sind bekanntlich keine (oder nur selten)
Unmenschen, und so stieg Proxis, ein ferner Verwandter des Zeus,
zu den Jammerlappen hinab.
Leider konnte auch er nichts sehen - und mittlerweile waren die
Menschen schon so in Panik, dass sie mit ihren Keulen wild um
sich schlugen und Proxis aus Versehen ein blaues Auge verpassten
...
Also verwandelte sich der milde Gott in einen Luchs. So war er
klein genug, um den dummen Menschen zu entkommen und verfügte
über die entsprechende Sehkraft, um auch im dunkeln noch gut zu
munkeln.
Es dauerte zwar ein wenig, doch Proxis konnte eine kleine Gruppe
Menschen um sich versammeln und ihnen den Weg in ein weit
entferntes Land weisen.
Dort gelangten sie zum Feuer - und Zeus war gezwungen, den
Vorhang der Dunkelheit wieder von der Erde abzuziehen. Doch dies
ist eine andere Geschichte ...
Daher der Ausdruck "Augen wie ein Luchs haben".
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