Eridanus
Bestens sichtbar in Europa: Herbst und Winter

Eridanus ist am besten im Herbst und Winter zu sehen -
aber vollkommen unbekannt.
Zu Unrecht - denn hinter diesem unscheinbaren Namen steckt eine
beruehmte antike Geschichte:
Eridanus ist ein Fluss. Aber nicht irgend einer. Dieser Fluss
fliesst als einziger von Sueden nach Norden (wie der Nil) - und
er endet im Ozean, der die ganze Erde umgibt.
Auch ein Fluss kann Abenteuer erleben:
Phaeton war der Sohn des Sonnengottes Helios. Als er frisch den
Fuehrerschein hatte, wollte er natuerlich unbedingt mit Papas
Wagen vorfahren und die Maedels beeindrucken.
Dieser Wagen war jedoch der Sonnenwagen, den Helios jeden Tag
ueber den Himmel zu fahren pflegte. Helios zoegerte, denn es war
nicht ungefaehrlich. Doch Phaeton bettelte so lange, bis sein
Vater nachgab. "Aber verlasse niemals die Spur, die ich am Himmel
hinterlassen habe - und keine Kratzer...!" schaerfte er ihm ein.
"Jaja"
Am naechsten Tag sprang er in aller frueh auf den mit Juwelen
besetzten Wagen. Die vier Pferde merkten sofort, dass jemand
fremdes lenkte - und sie kamen vom ueblichen Weg ab, nach Norden,
ein ungewoehnlicher Weg fuer die Sonne. Als Phaeton nach unten
sah, bekam er auch noch Hoehenangst - und er lenkte sein heisses
Gefaehrt gen Erde.
Die Erde fing Feuer. Damals wurde Libyen zu einer Wueste und die
aethiopier kamen so zu ihrer schwarzen Haut und ganze Meere
trockneten aus. Phaeton verlor vollends die Kontrolle ueber den
Wagen. Um weitere Katastrophen zu verhindern, streckte Zeus den
Sohn des Sonnengottes mit einem Blitz nieder. Brennend wie eine
Sternschnuppe stuerzte er in einen Fluss. Den Eridanus. Wenig
spaeter fanden ihn die sagenumwobenen Argonauten leblos im Fluss
treiben...
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