Kleiner Loewe (Leo Minor)
Bestens sichtbar in Europa: immer (zirkumpolar)

Die Goettin der Schoenheit und Liebe hiess bei den Roemern
Venus, die Griechen nannten sie Aphrodite.
Die war das Ergebnis eines der zahllosen Seitenspruenge des
Goetterchefs Zeus - und damit eine echte Goettin.
Wo sie war, war eitel Sonnenschein.
Das Gras wuchs, die Menschen beendeten Streitigkeiten, selbst
Loewen und andere wilde Tiere kamen zahm zu ihr und
liessen sich streicheln.
Diese sanfte, durch und durch weiche Person hatte jedoch
eines Tages eine leidenschaftliche Affaere mit Ares (alias Mars),
dem Gott des Krieges.
Er war ein gefuehlloser, harter, mutiger, verwegener Mann voll
Kraft und Agression.
Aphrodite wurde schwanger - und der Sohn bekam die Eigenschaften
beider Elternteile.
Sie nannten ihn Eros, den Gott der Liebe.
Als Zeus davon erfuhr, hatte er seine Zweifel:
Wuerde Eros die Menschen nicht verwirren, quaelen und ihnen
Leid bringen ?
Vorsichtshalber wollte er ihn toeten, doch Aphrodite konnte
ihren Sohn noch rechtzeitig verstecken.
So wuchs er in einem tiefen Wald auf, gefuettert und umsorgt
von einer Loewin, welche wir heute im Sternbild "Kleiner Loewe"
finden.
Bald war der Gott ein junger Mann und mit seinen Fluegeln
bereiste er alle Laender und sah viel von der Welt.
Eros trug stets einen goldenen Bogen mit sich und einen Koecher
voller Liebespfeile - und wen auch immer er traf, dessen Herz
wurde mit Liebe und brennender Leidenschaft erfuellt.
So brachte Eros viel Glueck und Freude, aber auch unermessliches
Leid, Kriege und Katastrophen in die Welt.
Weil die Liebe unergruendliche Wege geht und fuer Aussenstehende
groteske Formen annehmen kann, war Zeus bald sehr amuesiert ueber
das seltsame Treiben der Menschen.
Zum Dank setzte er die Loewin, welche Eros aufgezogen hatte, als
"kleiner Loewe" an den Himmel.
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